Du hast gerade deinen Schulabschluss in der Tasche und nun soll es natürlich weiter gehen. Ob Ausbildung, Studium oder zum Einstieg in den Beruf – die Bewerbung bildet die Basis für deine berufliche Weiterentwicklung.

Aber womit fängt man da bloß an? Was muss überhaupt alles in eine Bewerbung hinein? Worauf muss besonders geachtet werden? Damit du den Überblick behältst und selbst im Vorstellungsgespräch ganz entspannt bleiben kannst, findest du hier ein paar nützliche Bewerbungstipps.

Der Lebenslauf

Das Wichtigste in deinem Lebenslauf ist, dass er übersichtlich gestaltet ist, damit dein Bewerbungsprofil schnell erfasst werden kann. Personaler lesen hunderte Bewerbungen, das heißt das Wesentliche sollte sofort auffallen. Am gängigsten ist die tabellarische Form. Das bedeutet links stehen die Zeitangaben und rechts die Fakten. Es geh alleine darum deinen akademischen Werdegang übersichtlich und strukturiert darzustellen, also verzichte möglichst auf optische Spielereien. Stichworte reichen absolut aus. Achte außerdem darauf, dass deine Vita zeitlich exakt geordnet ist. Hier reichen Monatsangaben als zeitliche Eingrenzung völlig aus (Bsp: 03/2009 – 04/2013 Ausbildung in…). Du solltest auch auf eine Anrede und einen Schlussgruß verzichten. Heb dir das lieber für dein Bewerbungsschreiben auf.

Das darf in deinem Lebenslauf nicht fehlen:

  • Persönliche Daten (Name, Geburtstag und -ort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit)
  • Ausbildung (Wehr- oder Ersatzdienst)
  • Berufserfahrung, Praktika
  • Besondere Qualifikationen (Weiterbildung, Kenntnisse, Fähigkeiten, Sprachen)
  • Interessen (Mitgliedschaften, soziale Dienste)

So findest Du das passende Unternehmen

Das Bewerbungsschreiben

Ein ordentliches Layout für deine Dokumente ist ein Muss, denn auch hier zählt der erste Eindruck. Das Bewerbungsschreiben sollte vernünftig gegliedert und übersichtlich sein. Dazu gehört, dass der Absender – als Bewerber also du selbst – unbedingt mit vollständiger und aktueller Adresse aufgeführt wird. Die Angaben deiner Telefonnummer und E-Mail-Adresse sind optional. Darunter folgt die Empfängeradresse. Diese, sowie die Ansprechpartner findest du in der Regel in der Stellenanzeige oder im Internetauftritt der Firma. Der Ort und das aktuelle Datum folgen rechtsbündig, zwischen der Empfängeradresse und der Betreffzeile. Im Betreff sollte kursiv oder fettgedruckt kurz geschrieben werden worum es sich handelt. Also z.B. „Bewerbung für die Ausbildung als Bürokauffrau/-mann“.

Vergiss die Anrede nicht! Im Gegensatz zum Lebenslauf ist sie hier nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht.

Es folgen:

  • Einleitung (Motivation):

Warum interessierst du dich für diesen Ausbildungsplatz oder diesen Beruf? Gehe dabei zum Beispiel auf inhaltliche Schwerpunkte, Weiterbildungsmöglichkeiten und Chancen auf dem Arbeitsmarkt ein und begründe deine Berufswünsche.

  • Hauptteil (Eigenmarketing & Kompetenzen):

Danach gilt es ein bisschen Werbung für dich selbst zu machen. Warum passt genau DU zu diesem Unternehmen? Bzw. warum sollte das Unternehmen gerade dich einstellen? Welche deiner Stärken und Qualifikationen würden dir in diesem Beruf besonders helfen und welche Berufserfahrung bringst du mit?

  • Unternehmensbezug (Mehrwert für den Arbeitgeber):

Jetzt beziehst du dich auf das Unternehmen und beschreibst warum die Firma zu dir passt. Informiere dich dafür auf der Firmenhomepage oder geh auf die Stellenanzeige ein. Warum willst du ausgerechnet in diesem Unternehmen arbeiten? Vielleicht findest du zum Beispiel eine Unternehmensphilosophie die dir besonders gut gefällt.

  • Schlussteil

Im Schlussteil kannst du ruhig über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bitten oder ausdrücken, dass du dich über eine positive Rückmeldung sehr freuen würdest, z.B.

 

„Über eine positive Rückmeldung Ihrerseits würde ich mich sehr freuen. Gerne stelle ich mich Ihnen auch persönlich vor und freue mich über einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch!“

 

Schließe das Schreiben mit der Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“ ab und unterschreibe es – fertig!

Bedenke: Rechtschreibfehler werden vermieden wenn du dein Schreiben jemandem zum Korrekturlesen gibst. Ein gelungenes Bewerbungsschreiben erhöht die Chance auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. Der Aufwand lohnt sich also!

 

Das Bewerbungsfoto

Um das Bewerbungsfoto wird viel Aufwand betrieben, dabei ist es eigentlich ganz einfach: du solltest es weder schnell an einem Automaten gemacht haben, noch ein privates Urlaubsfoto oder eine Ganzkörperaufnahme verwenden, damit es seriös und professionell wirkt. Am geläufigsten ist ein Porträt vor einem neutralen Hintergrund. Möchtest du dein Foto in deinen Lebenslauf integrieren, achte darauf, dass dein Körper auf dem Bild nicht in Richtung des Seitenrandes gedreht ist, sondern dem Seiteninneren zugewendet ist, das wirkt harmonischer. Bei digitalen Bildern ist es wichtig, dass die Auflösung möglichst hoch ist, damit die Qualität im Druck nicht leidet.

Deine Kleidung auf dem Bewerbungsfoto sollte zum angestrebten Job passen. Bei einer kaufmännischen Ausbildung wären dementsprechend ein Hemd oder eine Bluse Pflicht. Bist du Brillenträger, solltest du auch auf dem Bewerbungsfoto eine Brille tragen. Versuche natürlich zu bleiben und vermeide ein krampfhaftes Lächeln.

Als Tipps für die Mädchen gilt: schminke dich nicht zu stark, trage eine gepflegt Frisur und vermeide einen zu tiefen Ausschnitt. Für Jungen gilt: ein gepflegter Bart und ein ordentlicher Haarschnitt sind ein Muss!

Du solltest außerdem darauf achten, dass dein Bewerbungsfoto aktuell ist. Älter als ein Jahr sollte es deswegen nicht sein.

 

Der Einstellungstest

Nachdem du durch deine Bewerbungsunterlagen überzeugt hast, kann es sein, dass du bevor du zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wirst, einen Einstellungstest absolvieren musst. Dieser soll den Ausbildern helfen dich besser einzuschätzen und dich objektiv auf deine Berufseignung zu prüfen.

Dies sind die verschiedenen Tests, die dich erwarten könnten:

  • Der Intelligenztest:

Prüfung von logischem Denken unter Zeitdruck (z.B. Fortsetzen von Zahlen-/ Buchstaben- und Figurenreihen, Gegensätze/ Analogien bilden)

  • Allgemeiner Kenntnistest:

Prüfung von Allgemein-/ Schulwissen und branchenwichtigem Wissen (z.B. Prüfung von Dreisatz, Prozent- und anderen Rechnungen für kaufmännische Berufe)

  • Konzentrations-/ Belastbarkeitstest:

Prüfung wie mit Stress und Zeitdruck umgegangen wird (z.B. durch die Forderung der gründlichen Bearbeitung leichter Aufgaben innerhalb von zu kurzer Zeit)

  • Spezieller Fähigkeiten-Test:

Überprüfung wichtiger Basisfähigkeiten des Berufs (z.B. praktische Aufgaben)

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Das Bewerbungsgespräch

Die Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch wird dir nicht nur unangenehmes Unwissen im Gespräch ersparen, sondern hilft auch gegen die Nervosität. Informiere dich über das Unternehmen oder den Ausbildungsberuf auf der Firmenhomepage, mit Fachzeitungen oder der Firmenbroschüre. Falls dies möglich ist, ist es auch immer von Vorteil die Erfahrungsberichte anderer Auszubildenden zu lesen. Dadurch solltest du über die Unternehmensphilosophie und Firmenfakten, wie Größe, Standorte und die Branche informiert sein und bist für jede Frage gewappnet.

Pünktlichkeit ist natürlich Pflicht! Plane genug Zeit für die Anreise ein und berücksichtige auch eventuelle Staus und unpünktliche Bahnen etc. Bezüglich der Kleidung gilt ähnliches wie bei dem Bewerbungsfoto. Überlege dir genau was du anziehst: kleide dich dem Unternehmen entsprechend und achte darauf lieber etwas zu schick/ordentlich angezogen zu sein als zu lässig.

Oft gehen die Bewerber davon aus, dass ein Vorstellungsgespräch – ähnlich einem Interview – ein reines Abfragen des Bewerbers darstellt. Das ist allerdings nicht zwingend der Fall. Rückfragen deinerseits vermitteln Eigeninitiative, Selbstbewusstsein und Interesse.

Im Folgenden findest du ein paar Themen, zu denen dich im Gespräch Fragen erwarten könnten. Überlege dir die Antworten, die du darauf geben könntest im Voraus. So bist du bestens vorbereitet:

Die Personaler werden dir wahrscheinlich Fragen stellen zu:

  • Den Beweggründen deiner Bewerbung
  • Deiner Leistungsmotivation
  • Deiner bisherigen Ausbildung und deinem beruflichen Werdegang
  • Deinem Persönlichen Profil, wie z.B. deinen Stärken und Schwächen
  • Deinen beruflichen Zielen

Deine Rückfragen sollten mit deiner potenziellen Tätigkeit in Verbindung stehen, bzw. für deinen Arbeitsplatz relevant sein und könnten zu folgenden Themen gestellt werden:

  • Zur Einarbeitungsphase
  • Zum Unternehmen (z.B. zu der Firmenphilosophie)
  • Zur Tätigkeit und deinen Aufgabengebieten (z.B.: Was genau wird meine Aufgabe sein? Wer gehört zum Team?/ Mit wem arbeite ich zusammen?)

Letztendlich ist es wichtig, dass du dich natürlich und authentisch präsentierst. Nervosität ist dabei völlig normal. Sei selbstbewusst, aber Vorsicht: zu viel Eigenlob wirkt arrogant. Atme vor dem Gespräch zur Entspannung ein paar Mal tief durch und geh offen und aufmerksam in das Gespräch hinein.

 

Sei selbstbewusst und authentisch!

Du merkst also, das Entscheidende deiner Bewerbung ist die richtige Organisation. Wenn du früh genug anfängst deine Dokumente zu schreiben und dich ausreichend auf dein Bewerbungsgespräch vorbereitest, kannst du selbstbewusst und zuversichtlich an jedem Bewerbungsverfahren teilnehmen. Mit diesen Tipps bist du nun hoffentlich perfekt auf deine nächste Bewerbungssituation vorbereitet. Viel Glück!

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